Fünf Sterne verdient

Von: Norbert Klebe

 

Normalerweise schreibe ich keine Rezensionen, doch da ich es bedauerlich finde, dass es zu diesem Buch kaum welche gibt, kann ich nicht anders. Warum gibt es hier keine, fragte ich mich und vermute, dass es nur wenige gibt, die diesen Roman lesen. Die Leser wissen schlichtweg nicht, dass es ihn gibt. Auch die Leserwelt stürzt sich heute scheinbar nur noch auf Werke, die in den Medien breitgetreten werden, oder eben dafür mächtig die Werbetrommel gerührt wird. Das ist hier wohl nicht der Fall und eine eingefleischte Fangemeinde, die bereitwillig jedes neue Werk von bekannten Autoren kauft, gibt es hier auch nicht. Kaum jemand nimmt mehr die Mühen auf sich, mal abseits des Rummels nach Alternativen zu suchen. Das mach ich sehr wohl und fand diesen Roman und habe es nicht bereut.

Die Geschichte um die sympathischen Zwillinge Gunnar und Einhard von Arsberg entführte mich in die Zeit des glanzvollen Kaisers Friedrich I., auch Friedrich Barbarossa genannt, und lässt das deutsche Mittelalter neu aufleben. Erzählt wird ab dem Jahre 1152, wie Friedrich der Staufer zum Kaiser wird und dabei von seinem Vetter Heinrich der Löwe, dem mächtigen Herzog von Sachsen und Bayern, unterstützt wird. Dafür fördert der Kaiser seinen Verwandten, dem die Missgunst der Fürsten dadurch Gewiss ist. Die Zwillinge stehen je an der Seite eines dieser beiden Größen des Mittelalters. Einhard erlebt die Ereignisse um den Welfen, Gunnar jene um den Stauferkaiser. Es werden nicht nur die historischen Hintergründe beleuchtet, sondern auch die interessante Geschichte um die Zwillinge vermochte es, mich in den Bann zu ziehen. Angenehm ist die Erzählweise, nicht kompliziert, dass man manchen Satz mehrfach lesen muss, um den Inhalt überhaupt zu verstehen. Angenehm ist auch der Stil, schwankend zwischen Ernsthaftigkeit und einem Spritzer Humor. Immer wieder vermochte die Geschichte ein Schmunzeln heraufzubeschwören. Bemerkenswert war auch, wie es die Autorin vermochte, die Sicht von Männern darzustellen. Kurzum: Für mich war das Lesen dieses Buches ein unerwarteter Genuss, wird die Geschichte von Friedrich I. und Heinrich dem Löwen doch lebendig und frisch aufgearbeitet. In meinen Augen Geschichtsunterricht wie es gewesen sein könnte. Daher fünf Sterne! Im Nachwort steht, dass ein zweiter Teil in Arbeit ist, diesen habe ich mir heute schon auf die Liste der Bücher geschrieben, die eben nicht in den Medien breitgetreten werden.


Ich werde dieses Buch ganz sicher weiterempfehlen.